Übergewicht ist keine bloße Frage des Aussehens, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor für viele Erkrankungen.
Inhalt
Was ist Übergewicht?
Übergewicht beschreibt eine über das Normalmaß hinausgehende Ansammlung von Körperfett. Wenn der Körper dauerhaft mehr Energie (Kalorien) aufnimmt, als er verbraucht, wird der Überschuss als Fett gespeichert. In Österreich ist jede zweite Person übergewichtig, etwa jede sechste stark übergewichtig (Adipositas = Fettleibigkeit).
Wichtig:
Ursachen und Einflussfaktoren
Die Hauptursachen für Übergewicht sind:
Übermäßige Energiezufuhr – besonders durch fettreiche, zuckerhaltige und stark verarbeitete Lebensmittel
Bewegungsmangel
Ungünstige Essgewohnheiten (z.B. Snacks, Softdrinks, Naschen)
Psychische Belastungen wie Stress, Einsamkeit oder Frustessen
Erbliche Veranlagung oder Stoffwechselerkrankungen
Schlafmangel und dauerhafte Stressbelastung beeinflussen die Hormonregulation und fördern eine Gewichtszunahme.
Wie lässt sich Übergewicht beurteilen?
Body-Mass-Index (BMI)
Der Body-Mass-Index (BMI) ist eine international anerkannte Maßeinheit, mit der sich das individuelle Körpergewicht gut bewerten lässt.
Formel:
| BMI-Wert | Bedeutung | Risiko für Begleiterkrankungen |
|---|---|---|
| < 18,5 | Untergewicht | erhöht |
| 18,5 – 24,9 | Normalgewicht | durchschnittlich |
| 25,0 – 29,9 | Übergewicht | leicht erhöht |
| 30,0 – 34,9 | Adipositas Grad I | erhöht |
| 35,0 – 39,9 | Adipositas Grad II | hoch |
| ≥ 40 | Adipositas Grad III | sehr hoch |
Berechnen Sie Ihren persönlichen BMI einfach online mit unserem BMI-Rechner:
BMI-Rechner
Hinweis:
Der BMI ist nur ein Richtwert. Muskelmasse, Alter und Geschlecht beeinflussen die Bewertung.
Bauchumfang
Insbesondere Bauchfett (viszerales Fett also Fett im Bauchraum) gilt als gesundheitlich besonders riskant. Es erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck.
Empfohlene Werte:
Frauen:
< 88 cm (ideal < 80 cm)
Männer:
< 102 cm (ideal < 94 cm)
Weniger Bauchfett bedeutet ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes. Schon eine moderate Reduktion des Bauchumfangs kann sich positiv auf Ihren Stoffwechsel auswirken. Jeder Zentimeter weniger am Bauch zählt für Ihre Stoffwechselgesundheit.
Welche Folgen hat Adipositas?
Je stärker das Übergewicht ausgeprägt ist, desto höher ist das Risiko für körperliche Beschwerden und seelische Belastungen. Zu den häufigsten Folgen zählen:
- Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes mellitus Typ 2
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride)
- Fettleber, Sodbrennen und Erkrankungen der Gallenblase
- Gicht und Gallensteine
- Gelenksprobleme (z. B. Knie, Hüfte, Wirbelsäule)
- Schlafapnoe-Syndrom (Atemaussetzer im Schlaf)
- Hormonelle Störungen
- Psychische Belastungen wie Depression oder geringes Selbstwertgefühl
Adipositas erhöht zudem deutlich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und bestimmte Krebsarten.
Warum ist Bauchfett besonders gefährlich?
Das Fettgewebe im Bauchraum ist stoffwechselaktiv: Es produziert Hormone und Entzündungsstoffe, die den Blutdruck, Zuckerstoffwechsel und Fettstoffwechsel negativ beeinflussen. Man spricht deshalb auch von einem „metabolischen Syndrom“, einer Kombination aus folgenden Faktoren:
- Übergewicht (vor allem Bauchfett)
- Bluthochdruck
- Erhöhten Blutfetten
- Insulinresistenz
Diese Faktoren wirken gemeinsam und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um ein Vielfaches.
Medizinische Einschätzung & Prävention
Eine ärztliche Untersuchung hilft, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und gezielt zu handeln. Untersucht bzw. kontrolliert werden unter anderem:
- Blutdruck und Blutzucker
- Blutfette (Cholesterin, Triglyceride)
- Leberwerte
- Nierenfunktion
Tipp
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unterstützen dabei, Gewichtsprobleme und Folgeerkrankungen früh zu erkennen – und rechtzeitig gegenzusteuern.
Abnehmen - gesund Gewicht verlieren
Gesundes Abnehmen bedeutet nicht Kalorien zu zählen, sondern dauerhaft leichter zu leben – ohne Diätstress, mit mehr Energie und Lebensfreude.
Ziel ist keine kurzfristige Gewichtsreduktion, sondern eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils durch einen ausgewogenen Energiehaushalt, gesunde Ernährung, und regelmäßige Bewegung.
Wie funktioniert gesundes Abnehmen?
Ernährung umstellen:
Regelmäßig essen, Zucker und Fett reduzieren, frische Lebensmittel bevorzugen
Mehr Bewegung:
150 Minuten moderate Aktivität pro Woche (z.B. Radfahren, Walken, Schwimmen)
Motivation stärken:
Kleine, erreichbare Ziele setzen und Erfolge feiern
Begleitung nützen:
Beratung und/oder Gruppenprogramme in Anspruch nehmen
BVAEB-Gesundheitsprogramme und Präventionsangebote
Mit vielfältigen Programmangeboten unterstützt die BVAEB Sie dabei, Ihren Lebensstil aktiv gesund zu gestalten – zur Vorbeugung von Stoffwechsel- und anderen Folgeerkrankungen sowie für ein leichteres, gesünderes Körpergefühl:
„Leicht durchs Leben“
Ihr Start zu weniger Gewicht und mehr Lebensqualität
Präventionsberatung
„Gesund informiert“ zu Ihrer Ernährung, Ihrem Bewegungsapparat, Ihrem seelischen Wohlbefinden sowie zu Rauchen und Nikotinkonsum
Ernährungsberatung
Physiotherapeutische Beratung
Psychologische Sprechstunde
„Bewusst frei“ von Nikotin mit der BVAEB
Häufige Fragen (FAQ)
- Wann spricht man von Adipositas?
Ab einem BMI von 30 – je nach Schweregrad wird in drei Adipositas-Stufen unterteilt.
- Was ist Diabetes?
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Die Ursache dafür ist, dass Zucker aus der Nahrung nicht ausreichend in die Zellen gelangt, wo er eigentlich als Energiequelle dienen soll. Dafür braucht der Körper Insulin, ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse.
Wenn zu wenig oder gar kein Insulin vorhanden ist, oder die Zellen nicht auf das Insulin reagieren, bleibt der Zucker im Blut. Langfristig kann dies Gefäße, Nerven und Organe schädigen.- Warum nimmt man im Alter leichter zu?
Mit zunehmendem Alter sinkt der Grundumsatz, da der Muskelanteil abnimmt und der Körper weniger Energie verbraucht. Bleibt der Appetit gleich, führt das schnell zu einer positiven Energiebilanz und Gewichtszunahme.
Tipp: Schon kleine Anpassungen in Bewegung und Ernährung machen hier einen großen Unterschied.
- Hilft Fasten beim Abnehmen?
Kurzfristig ja, langfristig selten. Entscheidend ist eine dauerhafte Umstellung der Essgewohnheiten und mehr Bewegung.
- Wie kann ich Bauchfett gezielt reduzieren?
Durch eine Kombination aus kalorienbewusster Ernährung, Kraft- und Ausdauertraining sowie Stressabbau.
- Wohin kann ich mich wenden?
Oft ist die Hausärztin oder der Hausarzt die beste erste Ansprechpartnerin oder der beste erste Ansprechpartner bei Adipositas – für Diagnose, Beratung und Weiterleitung.
Die BVAEB bietet spezielle Ernährungsberatungen und Programme wie „Leicht durchs Leben“ an, um Sie individuell zu unterstützen.
Für Menschen mit Adipositas gibt es in Österreich verschiedene Angebote zur Unterstützung:Adipositas-Ambulanzen in Österreich (Österreichische Adipositas Gesellschaft)
Jetzt aktiv werden
Finden Sie das für Sie passende Angebot im Gesundheitsnavigator, um Ihren Lebensstil gesund zu gestalten und zu einem leichteren Körpergefühl zu finden.
Fragen? Wir unterstützen Sie gerne: