Bluthochdruck (Hypertonie) — Ursachen, Werte, Behandlung


Bluthochdruck zählt in Österreich zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Er verursacht oft keine Beschwerden und bleibt daher lange unentdeckt. Wird er nicht behandelt, kann er schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben.
Die gute Nachricht: Mit regelmäßiger Kontrolle, gesunder Lebensweise und richtiger Behandlung lässt sich Bluthochdruck gut in den Griff bekommen.

Inhalt

    Was ist der Blutdruck?

    Unser Gefäßsystem funktioniert wie eine sehr lange, weit verzweigte Wasserleitung. Damit Blut jede noch so weit entfernte Körperzelle erreicht, braucht es Druck – erzeugt durch das Herz. Der Druck, der dabei vom Blut auf die Gefäßwände ausgeübt wird, ist der Blutdruck.

    Was passiert bei zu hohem Blutdruck?

    Das Herz muss gegen einen zu hohen Druck pumpen, was zu einer Überlastung und Schwächung des Herzmuskels führt.

    Gleichzeitig kommt es zu einer Schädigung der Blutgefäße. Um der Belastung standzuhalten, versteifen und verdicken sich die Gefäßwände. An der Gefäßinnenwand kommt es zu Verkalkungen und somit zu einer Gefäßverengung. Dies führt zu einer immer schlechteren Durchblutung und zu einer weiteren Druckbelastung.

    Das Herz plagt sich immer mehr – ein Teufelskreis entsteht!

    Normal … zu hoch?

    Ein normaler Blutdruck liegt unter 120/70 mmHg.

    Werte zwischen 120/70 und 139/89 mmHg gelten bereits als erhöht und sollten von einer Ärztin bzw. einem Arzt überprüft werden. Ab einem Wert von 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck, der sogenannten Hypertonie.

    „Oberer Wert – unterer Wert“ – Was bedeutet das?

    Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und in zwei Werten angegeben, zum Beispiel 120/70 mmHg.

    Ist der Blutdruck immer konstant?

    Der Blutdruck unterliegt Schwankungen, abhängig von unserer Aktivität. Bei körperlicher Aktivität oder psychischer Belastung treten höhere Werte auf als in Ruhe. Am niedrigsten ist der Blutdruck während des Schlafes.

    Bei der Behandlung des Bluthochdrucks ist die Kenntnis der Blutdruckwerte im Tagesverlauf nützlich.

    Woran merke ich, dass mein Blutdruck zu hoch ist?

    Der einzige Weg, um Bluthochdruck sicher zu erkennen, ist die regelmäßige Blutdruckmessung. Beschwerden wie Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ohrensausen oder Nasenbluten können, müssen aber nicht auftreten. Viele Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck haben keinerlei Beschwerden und fühlen sich scheinbar wohl.

    Wie wird Bluthochdruck behandelt?

    Einen wichtigen Teil der Behandlung haben Sie selbst in der Hand.
    Folgendes können Sie tun:

    Reicht eine Lebensstiländerung nicht aus, um erhöhte Blutdruckwerte zu senken, ist eine medikamentöse Therapie erforderlich. Diese muss in Absprache mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt erfolgen. In der Regel ist Bluthochdruck gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie können Folgeerkrankungen verhindert werden.

    Sollten Sie mit einer medikamentösen Bluthochdruck-Therapie beginnen, geben Sie sich und Ihrem Körper genügend Zeit. Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich zu Beginn der Therapie müde und schlapp. Mitunter dauert es einige Wochen, bis Ihr Körper sich wieder an "normale" Blutdruckverhältnisse gewöhnt hat. Eventuell ist es notwendig, das Blutdruckmedikament zu wechseln, oder Sie benötigen mehrere Blutdruckmedikamente. Entscheidend ist, dass Ihr Blutdruck wieder normale Werte erreicht.

    Ein wichtiger Bestandteil der Blutdruck-Therapie ist die Selbstmessung.

    Wie messe ich richtig?

    Eine korrekt durchgeführte wiederholte Blutdruck-Selbstmessung ist aussagekräftiger als die fallweise Messung bei der Ärztin bzw. beim Arzt.

    Aufregung, Unruhe und eine ungewohnte Umgebung können zu falschen, meist erhöhten Messergebnissen führen. Dieses Phänomen wird als sogenannter „Weißkitt-Eleffekt“ bezeichnet.

    Folgende Punkte sollten Sie bei der Selbstmessung beachten:

    • Vereinbaren Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt die Messzeitpunkte. Wenn noch kein Bluthochdruck diagnostiziert wurde, messen Sie zweimal täglich an mindestens drei, idealerweise sieben Tagen und besprechen Sie diese Werte mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.
    • Die Messung soll in einer möglichst entspannten Atmosphäre stattfinden.
      Setzen Sie sich an einen Tisch, sodass Sie die Unterarme bequem ablegen können. Lehnen Sie sich mit dem Rücken an die Sessellehne und stellen Sie beide Füße auf den Boden. Starten Sie mit der Messung erst, wenn Sie zur Ruhe gekommen sind.
    • Messen Sie möglichst immer am gleichen Arm. Welchen Sie benutzen, legen Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt fest.
    • Messen Sie direkt auf der Haut und nicht über einem Kleidungsstück.
    • Ein Messgerät mit Oberarmmanschette liefert die verlässlichsten Werte und wird daher bevorzugt. Wählen Sie dabei eine Manschette, die gut passt.


    • Während der Messung soll der Messarm ruhig gehalten werden; Sie sollten auch nicht sprechen.
    • Idealerweise messen Sie zweimal im Abstand von 1 – 2 Minuten und berechnen danach den Mittelwert der beiden Messwerte.

    Schreiben Sie Ihre Werte mit Datum und Uhrzeit auf: 

    Blutdruckpass (PDF, 276 KB)

    BVAEB-Angebote zur Prävention

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    Häufige Fragen (FAQ)