Orientierung im Gesundheitswesen  

Das österreichische Gesundheitssystem bietet viele Anlaufstellen und vielfältige Unterstützung. Das ist gut, kann aber manchmal unübersichtlich wirken. Wenn Sie wissen, wo Sie bei welchem Anliegen die passende Hilfe finden, sparen Sie Zeit, vermeiden Umwege und erhalten schneller die richtige Unterstützung.
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick darüber, wie Sie bei gesundheitlichen Beschwerden sinnvoll vorgehen können.
Wichtig vorab: Notfälle haben immer Vorrang! 

Inhalt

    Notfälle und Unfälle

    Im Falle von akuten Notfällen rufen Sie sofort die Rettung unter der Notrufnummer 144 an. Bleiben Sie ruhig und schildern Sie die Situation so ausführlich wie möglich.

    Ihr Weg durchs Gesundheitswesen

    Wenn kein akuter Notfall vorliegt, gibt Ihnen die folgende Übersicht eine Orientierung, welche Anlaufstelle in welcher Situation passend ist.

    • 1

      Eigenversorgung

      Bei kleineren, vorrübergehenden Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen, Schnupfen oder Magenverstimmung müssen Sie nicht immer sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
      Wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder länger anhalten, nehmen Sie eine ärztliche Beratung in Anspruch.

    • 2

      Telefonische Gesundheitsberatung 1450

      Sind Sie unsicher, ob Sie eine ärztliche Untersuchung benötigen? Dann hilft die telefonische Gesundheitsberatung 1450 – rund um die Uhr und kostenlos.

      Pflegekräfte hören zu, stellen gezielte Fragen und geben eine medizinische Ersteinschätzung. Danach wissen Sie:

      • ob Sie abwarten können,
      • ob ein Arztbesuch sinnvoll ist,
      • oder ob eine sofortige Behandlung notwendig ist.

      Die Gesundheitsberatung ist mit dem hausärztlichen Notdienst 141 und dem Notruf 144 (Rettung) vernetzt, um im Notfall umgehend Hilfe zu organisieren.

    • 3

      Hausärztin/Hausarzt

      Wenn gesundheitliche Beschwerden auftreten, sind Hausärztinnen und Hausärzte in den meisten Fällen die ersten Ansprechpersonen.
      Sie kennen Ihre Krankengeschichte, untersuchen Sie und entscheiden, ob weitere Schritte notwendig sind. Zum Beispiel die Überweisung zur Fachärztin/zum Facharzt oder ins Krankenhaus.

      Hausärztinnen und Hausärzte helfen bei

      • allgemeinen gesundheitlichen Problemen
      • Vorsorgeuntersuchungen (z.B. jährlicher Gesundheits-Check)
      • länger bestehenden Beschwerden

      Primärversorgungseinheiten (PVE)

      Manche Hausärztinnen und Hausärzte arbeiten in sogenannten Primärversorgungseinheiten. Dort behandeln mehrere Berufsgruppen gemeinsam, zum Beispiel:

      • Pflegefachkräfte
      • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
      • Diätologinnen und Diätologen
      • Psychologinnen und Psychologen

      Der Vorteil: unterschiedliche Blickwinkel, kurze Wege und eine umfassende Betreuung.

    • 4

      Fachärztin/Facharzt

      Ein Besuch bei einer Fachärztin oder einem Facharzt ist notwendig, wenn spezielles Wissen oder bestimmte Untersuchungen erforderlich sind. Zum Beispiel bei Hautproblemen, Augenbeschwerden oder Herzfragen. Sie werden von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt an eine Fachärztin oder einen Facharzt überwiesen.

    • 5

      Krankenhaus

      Ein Krankenhaus bietet stationäre Versorgung, Operationen und spezialisierte Behandlungen, die über das hinaus gehen, was in einer ambulanten Praxis möglich ist.

    Kassenärztinnen/Kassenärzte und Wahlärztinnen/Wahlärzte – der Unterschied

    Häufige Fragen (FAQ)