Treten solche Beschwerden auf, sollten sie unabhängig vom Alter ärztlich abgeklärt werden.
Inhalt
Was ist Darmkrebs?
Darmkrebs (Kolon- oder Rektumkarzinom) entwickelt sich häufig aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, den sogenannten Polypen. Diese können sich über mehrere Jahre hinweg zu Krebs verändern. Gerade deshalb ist die Früherkennung besonders wirksam.
Symptome – Warnzeichen ernst nehmen
In frühen Stadien verursacht Darmkrebs oft keine Beschwerden. Mögliche Anzeichen können sein:
Blut im Stuhl oder eine auffällige Veränderung der Stuhlfarbe
anhaltende Verdauungsbeschwerden wie Durchfall/Verstopfung im Wechsel
ungeklärter Gewichtsverlust oder anhaltende Müdigkeit
Bauchschmerzen, Blähungen oder sehr dünner Stuhl („Bleistiftstuhl“)
Wichtig:
Risikofaktoren
Folgende Faktoren können das Risiko erhöhen:
- höheres Lebensalter – ab etwa 45 Jahre steigt das Risiko
- familiäre Vorbelastung oder bestimmte erbliche Erkrankungen
- bereits bekannte Polypen im Darm
- Bewegungsmangel, Übergewicht sowie Nikotin- und regelmäßiger Alkoholkonsum
- Ballaststoffarme, fleisch- und zuckerreiche Ernährung
Vorsorge und Früherkennung
Zur Früherkennung stehen zwei bewährte Methoden zur Verfügung:
Stuhltest (FIT)
Der Fäkale Immunologische Test (FIT) weist nichtsichtbares Blut im Stuhl nach. Er kann einfach zu Hause durchgeführt werden.
Je nach Empfehlung sollte er regelmäßig (z.B. jährlich/zweijährlich) wiederholt werden. Ist das Ergebnis auffällig, wird zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung empfohlen.
Darmspiegelung (Koloskopie)
Die Koloskopie ist die verlässlichste Untersuchungsmethode. Dabei können Polypen sofort erkannt und meist direkt entfernt werden. Dadurch kann Krebs in manchen Fällen verhindert werden. In Österreich wird die Untersuchung in der Regel ab 45 Jahren in Intervallen von bis zu 10 Jahren empfohlen.
Je nach persönlichem Risiko oder Befund, kann sie früher oder in kürzeren Abständen sinnvoll sein. Die Untersuchung erfolgt meist mit einer beruhigenden Medikation (Sedierung), sodass viele Personen sie kaum wahrnehmen.
Ablauf in Kürze:
Vor der Untersuchung wird der Darm mit einer speziellen Lösung gereinigt. Anschließend untersucht eine Ärztin oder ein Arzt den Dickdarm mit einem dünnen, flexiblen Gerät. Gefundene Polypen können direkt entfernt werden. Danach folgt eine kurze Beobachtungszeit.
Kosten:
Vorsorgeuntersuchungen sind im Regelfall von der gesetzlichen Krankenversicherung gedeckt. Klären Sie Details mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der BVAEB.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Lage des Tumors und dem Stadium der Erkrankung:
Operation
Entfernung von Polypen oder betroffenen Darmabschnitten
(Radio‑)Chemotherapie
bei fortgeschrittenen Tumoren, v. a. beim Rektumkarzinom
Zielgerichtete- oder Immuntherapien
abhängig von den Eigenschaften des Tumors
Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen (Koloskopie, Blutwerte, Bildgebung) sind wichtig, um Rückfälle früh zu erkennen.
Lebensstil – so beugen Sie vor
Folgende Maßnahmen unterstützen die Darmgesundheit:
ballaststoffreich essen: Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst
rotes und verarbeitetes Fleisch reduzieren
Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel einschränken
bewegen Sie sich regelmäßig: mindestens 150 bis 300 Minuten moderates oder 75 bis 150 Minuten intensives Ausdauertraining pro Woche (z. B. gemütliches oder schnelles Radfahren) und muskelkräftigende Übungen an zwei oder mehr Tagen in der Woche
Nikotinverzicht und Alkohol nur in Maßen
Gewicht und Bauchumfang im gesunden Bereich halten
Unterstützung durch die BVAEB
Die BVAEB bietet:
jährliche Vorsorgeuntersuchung inkl. Beratung
Übernahme der Kosten im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung
Rehabilitations‑ und Nachsorgeangebote nach der Behandlung
Häufige Fragen (FAQ)
- Ab wann sollte ich zur Darmkrebsvorsorge?
Im Regelfall ab 45 Jahren. Bei familiärer Vorbelastung kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein. Lassen Sie sich ärztlich beraten.
- Ist die Darmspiegelung (Koloskopie) schmerzhaft?
Die Untersuchung erfolgt meist mit einer beruhigenden Medikation (Sedierung). Viele Personen empfinden sie daher als wenig belastend. Komplikationen treten sehr selten auf.
- Reicht ein Stuhltest aus?
Der Stuhltest ist eine einfache Möglichkeit zur Früherkennung. Bei einem auffälligen Ergebnis ist jedoch immer eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Abklärung notwendig.
- Wer trägt die Kosten?
Vorsorgeleistungen sind in der Regel kostenfrei. Bei einer Wahlärztin oder einem Wahlarzt können zusätzliche Kosten entstehen.